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In der Liebe geht es häufig überraschend zu

Die Redensart „Wo die Liebe hinfällt“ bedeutet, dass es in der Liebe häufig überraschend zugeht. Peter Trawny erklärt: „Es ergeben sich Beziehungen, mit denen niemand, selbst die Beteiligten nicht, gerechnet hätte. Zugleich wird auf den Zufall angespielt. Wenn es diese beiden treffen kann, dann ist alles möglich.“ Schließlich scheint der letzte Grund dieser Bemerkung zu sein, dass es für die Liebe keinen Grund, keine Ursache gibt. Wenn ich wüsste, warum ich Dich – und nicht diese oder jene – liebe, dürfte es mit der Liebe nicht viel auf sich haben.…

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Gemeinschaften können Tyrannen stürzen

Judith Butler schreibt: „In seinem Schreiben an Einstein – ein volles Jahrzehnt nach „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ – geht Freud nun davon aus, dass Gemeinschaften nicht durch Unterwerfung unter einen idealen Führer zusammengehalten werden, sondern im Gegenteil durch ihre Macht, Tyrannen oder autoritäre Herrscher zu stürzen und in der Folge gemeinsame und durchsetzbare Gesetze und Institutionen zu schaffen.“ Um einen Tyrannen zu stürzen und die Liebesbindungen an ihn zu durchbrechen, ist vielleicht eine gewisse Form von Manie erforderlich. Kann sich diese Manie in den Gemeinschaftsgefühlen und Gefühlsbindungen entwickeln, die zu diesem…

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Gefühle sind schneller als der Verstand

Gefühle haben eine besondere Macht. Ein aktueller Gefühlszustand hat einen entscheidenden Einfluss auf so essentielle Fragen wie die Gesamteinschätzung des eigenen Lebens. Hans-Otto Thomashoff ergänzt: „Die aktuelle Stimmungslage beeinflusst unser Urteil, denn alles, was an Eindrücken auf uns einwirkt, wird immer auf der Basis unserer gespeicherten Erfahrungen emotional bewertet.“ Gefühle dienen der raschen Reaktion, sind schneller als der Verstand, der ja gegebenenfalls den aus einem Gefühl entspringenden Handlungsimpuls hemmen kann. Gefühle sollen Menschen dabei helfen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, sind also wichtige Vereinfachungshilfen. Doch zugleich sind sie fehleranfällig. Aus…

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Parzellierung wertet den weiblichen Körper ab

Ein Mechanismus der visuellen Abwertung des weiblichen Körpers besteht in der Parzellierung. Eva Illouz erläutert: „Die visuelle Sexualisierung schließt definitionsgemäß die Fähigkeit ein, die Sexualität vom Selbst als Zentrum der Organisation von Werten, Gefühlen und Zielen abzulösen und sich auf erotische Körperteile zu konzentrieren.“ Diese Parzellierung des Selbst verleiht den Geschlechtsmerkmalen eine eigene Handlungsmacht, die wiederum neue Weisen hervorbringt, wie man sexuelle Akteurinnen wahrnehmen kann. Die Sexualisierung tendiert also dazu, sich auf Geschlechtsmerkmale zu konzentrieren und damit den weiblichen Körper zu parzellieren. Eine solche Parzellierung ist prägend für die Art…

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Die spätmoderne Gesellschaft ist vulernabel

Soziologen und Rechtswissenschaftler beschreiben mitunter die gesamte Gesellschaft als vulnerabel. Frauke Rostalski nennt ein Beispiel: „Andreas Reckwitz sieht die spätmoderne Gesellschaft einer Vielzahl von Risikokonstellationen ausgesetzt – wie beispielsweise dem Klimawandel, der Instabilität der globalen Sicherheitsarchitektur und der hohen Abhängigkeit von komplexen Technologien, die mit der Digitalisierung einhergeht.“ Seine Diagnose lautet: Die spätmoderne Gesellschaft lasse sich als „gesteigert vulnerable Gesellschaft“ beschreiben. Dies stößt auf Zuspruch aus dem Kreis der Rechtswissenschaften. Darin finden sich Stimmen, welche die Gesellschaft in einer Pandemie als vulnerabel begreifen. Das pandemische Geschehen schlage bis auf die…

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Es gibt zwölf Burn-out-Stufen

Auch wenn man die von Herbert Freudenberger und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Gail North 1974 beschriebenen zwölf Phasen im Ablauf des Burn-out-Prozesses aus der Perspektive des Betroffenen betrachtet, sieht man darin eine Reihe von Kränkungssymptomen. Reinhard Haller stellt fest: „Diese innere Sichtweise wird bei der Definition des Burn-outs über die äußeren Anforderungen, über Stress und Leistungsstreben, leicht übersehen.“ Die zwölf Burn-out-Stufen lauten: Zwang, sich zu beweisen. Verstärkter Einsatz. Vernachlässigung eigener Bedürfnisse. Verdrängung von Konflikten. Umdeutung von Werten. Verstärkte Verleugnung von Problemen. Rückzug. Deutliche Verhaltensänderung. Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit.…

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Ein Suizid scheint oft so sinnlos

In Deutschland nehmen sich jedes Jahr fast 10.000 Menschen das Leben. Das sind mehr als 25 am Tag, 12 pro 100.000 Einwohner. Barbara Schmitz ergänzt: „Es sterben mehr Menschen durch Suizid als an Verkehrsunfällen, Gewalttaten, Drogen und HIV zusammen. In der Schweiz sind es 1.000 Menschen, die ihrem Leben selbst ein Ende setzen. Hinzu kommen nochmals 1.000 durch assistierten Suizid.“ Weltweit gibt es 800.000 Suizidopfer pro Jahr. Statistiken der Schweiz zeigen, dass bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Suizid die häufigste Todesursache ist. Die Sterblichkeit durch Suizid ist…

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Menschen können sich lebenslang verändern

Radikale Veränderungen der Persönlichkeitspräferenzen sind zwar selten – aus dem Introvertierten wird selten ein stark extrovertierter Mensch –, aber tendenziell können sich Personen alle im Laufe der Zeit verändern und den 50 veränderbaren Prozent eine Richtung geben. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Durch diese Plastizität ist die Persönlichkeit weit weniger fixiert, als Psychobiologen bisher angenommen hatten. Wir entfalten uns in einem Möglichkeitsraum, den wir aus Wechselwirkungen zwischen genetischer Anlage, unserem Umfeld und unseren individuellen Entscheidungen eingerichtet haben. IN diesem Möglichkeitsraum handeln wir.“ Bahnbrechende Erkenntnisse über das menschliche Handeln und die damit…

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Psyche und Physis leiden unter der Angst

Angst beeinflusst Psyche und Physis in vielfältiger Weise. Jonathan Haidt nennt Beispiele: „Viele spüren Angst als Spannung oder Engegefühl in Bauch und Brusthöhle. Emotional wird Angst als Schrecken, Sorge und nach einer Weile als Erschöpfung wahrgenommen.“ Was kognitive Prozesse angeht, so erschwert Angst oft das klare Denken und führt zu unproduktivem Grübeln; dies verursacht dann die kognitiven Verzerrungen, auf die sich die Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) konzentriert, beispielsweise Schwarzmalerei, zu starke Verallgemeinerung und Schwarz-Weiß-Denken. Bei Menschen mit Angststörungen lösen diese verzerrten Denkmuster oft unangenehme körperliche Symptome aus, die dann wiederum Gefühle…

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Eine gute Debatte ist kein Krieg

Wenn eine Person versucht, andere Menschen zu überzeugen, wählt sie oft eine konfrontative Herangehensweise. Adam Grant kennt die Folgen: „Doch das führt dazu, dass sie gereizt sind oder dichtmachen, statt sich unseren Argumenten zu öffnen. Sie gehen in die Abwehr, indem sie einen Schutzschild errichten, gehen zum Angriff über, indem sie ihre Perspektiven predigen und unsere niedermachen, oder manipulieren uns, indem sie uns sagen, was wir hören wollen, ohne ihre Denkweise zu ändern.“ Adam Grant möchte eher eine kollaborative Herangehensweise erforschen – eine bei der Menschen mehr Demut und Neugier…

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