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Draußen scheint die Hölle auf Erden zu toben

Brände, Fluten, Lawinen, Katastrophen, Familientragödien, ausgewählte Kriege und Terrorattacken, Flugzeugabstürze, Armut, Flüchtlingskrisen – alles Mögliche findet sich, weitgehend ungefiltert, unsortiert, unreflektiert, regelmäßig so breit getreten auf allen Kanälen, dass der arglose Mensch daraus den Schluss ziehen muss, dass da draußen ständig die Hölle auf Erden tobt – aus tausenderlei unbeherrschbaren Gründen. Ullrich Fichtner weiß: „Das bleibt nicht ohne Folgen, und falsche Weltbilder sind nur eine davon. Es entstehen auch, wenn nicht alles täuscht, neue Psychosen – und man weiß nicht, welche man dem heute geborenen Kind weniger wünschen soll.“ Die…

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Angst findet immer auf drei Ebenen statt

Ängstliche Gefühle sind ein fester und gesunder Bestandteil der menschlichen Gefühlsklaviatur. Allerdings sind sie derart unangenehm, dass die meisten Menschen sie am liebsten nie fühlen würden. Die Angst vor der Angst und die Vermeidung all der Umstände, in denen der empfindliche Alarmschaltkreis anspringen könnte, verstärkt das Problem. Franca Cerutti weiß: „Konkret gesagt: 15 bis 20 Prozent aller Menschen sind einmal in ihrem Leben von einer Angststörung betroffen, Frauen doppelt so häufig wie Männer.“ Angst findet immer auf drei Ebenen statt: Sie erfasst das Denken, beeinflusst das Verhalten und verändert das…

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Gedanken und Gefühle bilden eine Einheit

Laut Reinhard K. Sprenger gibt es keinen Unterschied zwischen rationalem Erkennen und emotionalen Erfühlen. Es sind zwei Seiten einer Medaille. Deshalb kann ein Mensch seine Gefühle in Konflikten durchaus beeinflussen, indem er seine Gedanken ändert. Reinhard K. Sprenger erläutert: „Nur das Zusammenspiel von Gedanken und Gefühlen gibt Ihnen die Möglichkeit, sich in einer wandelnden Umwelt selbst als Einheit zu erleben.“ Studien haben vielfach nachgewiesen, dass die Dominanz der Gefühle im Konfliktfall zu einer gefährlichen Über-Vereinfachung des Konfliktgegenstandes führt. Man „erspart“ sich gleichsam die komplexen Zusammenhänge, kocht die Suppe auf einen…

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Der Appetit auf Zucker ist nahezu unbegrenzt

Eine der interessantesten Konsequenzen der evolutionären Psychologie ist, dass sie viele Fehlfunktionen des menschlichen Denkens und Handelns erklären kann. Hanno Sauer weiß: „Das wahrscheinlich bekannteste Beispiel für eine solche Inkongruenz von Geist und Umwelt ist unser nahezu unbegrenzter Appetit auf Zucker. Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle für den menschlichen Körper, und Energie war meist vor allem eines: knapp.“ Es ergab daher Sinn für die Menschen, eine Disposition evolutionär ererbt zu haben, die dafür sorgte, dass sie keine Gelegenheit auslassen würden, Zucker zu sich zu nehmen. Solange Kohlenhydrate rar sind, bleibt…

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Alternative Fakten dienen der Verschleierung

Manchen Menschen ist schon aufgefallen, dass diejenigen Dinge und Sacherhalte, die man mit wohlklingenden neuen Begrifflichkeiten benennt, ihre eigentliche Bedeutung verlieren. Heidi Kastner nennt Beispiele: „Aus „alten Personen“ wurden „reifere Personen“, ohne dass gleichzeitig alle an Lebensjahren Reichen auch durch Lebenserfahrung reifer geworden wären.“ „Bürgernahe“ Argumente dienen der populistischen Verblendung, Arbeitskräfte werden im Rahmen von Umstrukturierungen „freigesetzt“ und nicht mehr entlassen. Probleme ersetzt man durch Herausforderungen. Die Werbung verwandelt sich in eine „Kundeninformation“, gestiegene Preise nennt man „Preisanpassung“ und nicht Preiserhöhung. Gebäude reißt man nicht ab, sondern baut sie zurück…

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Kinder entwickeln eine intuitive Psychologie

Gerd Gigerenzer erklärt: „Die Neugier auf Ursachen statt auf bloße Assoziationen ist charakteristisch für menschliche Intelligenz und das Kennzeichen von Wissenschaft.“ Kausales Denken ist sowohl eine Stärke als auch der Ursprung von Aberglauben. Etwa, wenn man glaubt, dass das Drücken von Daumen Glück bringt. In den ersten Jahren entwickeln Kinder eine intuitive Psychologie. Sie „wissen“, dass Menschen Gefühle und Absichten haben, und sie können die Perspektive anderer Menschen einnehmen. Spezielle Schaltkreise im Gehirn haben offenbar die Aufgabe zu beobachten, was andere wissen, denken und glauben. Ein Mangel an intuitiver Psychologie…

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Perspektivwechsel erfordern Mut

Um sich selbst in eine kreative Grundhaltung zu versetzen, um kreative Prozesse immer wieder zu starten, bedarf es zunächst eines Anfangs und dann einer nachhaltigen Aufrechterhaltung dieses Zustandes. Das Zitat von Hermann Hesse „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ hat zweifellos seine Berechtigung. Markus Hengstschläger weiß: „Und trotzdem bleiben vielen Menschen, wahrscheinlich auch ob ihrer Ängste vor dem Versagen und Scheitern, in ihrem konvergenten, logischen, auf einen bekannten Lösungspunkt hinsteuernden Denken verhaftet.“ Divergentes Denken, das bei kreativen Prozessen vorherrscht, ist offen, unsystematisch, frei assoziierend und experimentierfreudig. Für solch einen…

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Beim Denken gibt es Abkürzungen

Um sich schnell orientieren zu können, hat das Denken Abkürzungen entwickelt, damit sich Menschen in einer neuen Umgebung schnell zurechtfinden können. Diese Abkürzungen bezeichnet man auch als Heuristiken. Nach Daniel Kahneman ist eine Heuristik „ein einfaches Verfahren, das uns hilft, adäquate, wenn auch oftmals unvollkommene Antworten auf schwierige Fragen zu finden“. Eine sehr häufige Heuristik ist die Substitutionsheuristik. Thorsten Havener erläutert: „Hier ersetzen wir zu komplexe Fragen durch Fragen, die sich einfacher und auch schneller beantworten lassen.“ Der Mentalist gibt zu, dass die Grenzen zwischen Heuristik, dem Primen und dem…

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Authentizität bei Politikern kommt an

Wer stimmig erscheint, dem vertraut man. Denn durch die Resonanz im Gefühl beim Gegenüber entsteht intuitiv der Eindruck, dass er sich auskennt im Wesen des anderen. Hans-Otto Thomashoff weiß: „Wer als Politiker emotional authentisch wirkt und zudem die Wähler im Gefühl anspricht, der kommt an. Wähler wollen Stimmigkeit, sie wollen in ihrem Gefühl verstanden werden, und sie wollen wissen, woran sie sind.“ Deshalb ist es fatal, wenn Politiker im Wahlkampf Versprechungen machen, die sie nach der Wahl nicht halten. Oder wenn bestehende Positionen ohne nachvollziehbare Erklärung plötzlich über den Haufen…

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Jeder will seine Überzeugungen bewahren

Arie Kruglanski ist Professor für Psychologie an der University of Maryland in den USA. Er versucht, die Gedankenprozesse gewalttätiger Extremisten zu entschlüsseln. Dabei hat er das Konzept der „kognitiven Geschlossenheit“ entwickelt, das auch im Nike-Slogan „Just do it!“ zum Ausdruck kommt. Dabei handelt es sich um das Bedürfnis, etwas zu tun, Dinge zu erledigen und weiterzumachen. Kevin Dutton fragt Arie Kruglanski: „Worin besteht das Geheimnis der Wirklichkeitsklassifizierung? Im Sammeln der richtigen Menge an Informationen, in der richtigen Anzahl an Haufen, der richtigen Größe der Haufen und dem richtigen Zwischenraum zwischen…

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