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Das Spießertum wurzelt im Konformismus

Die Wurzel des Spießertums liegt nicht im Konservatismus, sondern im Konformismus. Der „Well Respected Man“ verschafft sich, heute wie früher, Respekt durch Anpassung. Pauline Voss erläutert: „Nicht individuelle Entscheidungen mehren sein Ansehen, sondern die Unterdrückung seiner Individualität. Die Kontrollinstanz ist eine unsichtbare: Hinter den Gardinen stehen die Nachbarn, selbst nicht einzusehen, und beobachten, ob der Anstand gewahrt wird.“ Dem „Well Respected Man“ bescheinigen sie geistige und körperliche Reinheit. Noch heute dokumentiert man seine Reinheit durch die Unterwerfung unter den Zeitgeist. Spätestens in den Siebzigerjahren entwickelt sich die individuelle Entfaltung der…

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Erich Fromm ruft zur Selbstbefreiung auf

Michaela Brohm-Badry weiß: „Bei jeder spontanen Tätigkeit stärkt ein Mensch sein Selbst. Denn das Selbst ist stark genau in dem Maße, wie es aktiv tätig ist.“ Doch manchmal fällt es nicht so leicht, aktiv tätig zu sein. Hilfreich ist dabei ein hohes Maß an innerer und äußerer Freiheit. „Ich glaube“, schreibt Erich Fromm, „dass man erst frei von seinen inneren und/oder äußeren Bindungen sein muss, um frei zu etwas sein zu können: zu schöpferischem, gestaltendem Tun, zu mehr Erkenntnis usw. Erst dann ist man fähig, ein freies tätiges, verantwortliches Wesen…

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Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung

Ob im wissenschaftlichen, künstlerischen, unternehmerischen, sozialen oder familiären Bereich, der Mensch ist stolz auf sein Werk, weil es nicht zufällig, sondern als Ergebnis seines Wirkens entsteht. Es steht für Erfolg, für die Entfaltung der Persönlichkeit und für Selbstverwirklichung. Markus Hengstschläger weiß: „Das individuelle Bedürfnis nach Selbstverwirklichung bildet die fünfte und höchste Ebene der maslowschen Bedürfnispyramide. Der Mensch strebt nach der Ausschöpfung seiner Potenziale, um seine Sehnsüchte und Wünsche zu realisieren und seinem Leben einen Sinn zu gegen.“ Auf Ebenen darunter finden sich körperliche, seelische und materielle Sicherheit unter den Sicherheitsbedürfnissen,…

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Alles Lebendige will sich mit anderen vereinigen

Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder soziale Gruppe handelt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Dieser Leben erhaltende Lebenstrieb folgt seiner Tendenz, integrierend wirken zu wollen. Alles Lebendige – von der Zelle bis zum Organismus – neigt dazu, sich mit anderen vereinigen zu wollen, um zu wachsen.“ Und dieses, so Erich Fromm, ist nicht nur bei Zellen der Fall, sondern auch beim Fühlen und Denken eines Menschen. Die…

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Selbstbestimmung ist ein Glücksbringer

Morgan Housel betont: „Selbstbestimmung über die eigene Zeit ist die größte Dividende überhaupt.“ Der größte Reichtum besteht darin, jeden Morgen aufzuwachen und sich zu sagen: „Ich kann heute tun, was ich möchte.“ Viele Menschen wollen immer reicher werden, weil sie glauben, das mache sich glücklicher. Aber Glück ist eine komplizierte Sache, weil jeder etwas anderes darunter versteht. Eines jedoch haben alle Definitionen von Glück gemein: Jeder möchte selbst über sein Leben bestimmen. Selbstbestimmung ist ein universaler Glücksbringer. Die Möglichkeit, zu tun, was man will und so lange man will, ist…

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Die Gesellschaft beschneidet die Triebe

Die Triebe streben nach Freisetzung, und die Gesellschaft musste, um überleben zu können, diese Freisetzung beschneiden. Erich Fromm hegte bereits in den 1930er-Jahren Bedenken gegen diese Lehre von Sigmund Freud. Denn seine Idee eines sozialen Charakters umfasste auch externe soziale Strukturen, die das innere Selbst prägen. Stuart Jeffries weiß: „Für Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, und später auch für Herbert Marcuse, war diese Revision von Freuds Auffassung allerdings sozial konservativ.“ Erich Fromm stufte den Stellenwert herab, den Sigmund Freud den frühkindlichen sexuellen Erfahrungen und dem Unbewussten zugeschrieben hatte. Deshalb…

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Ein Therapeut sollte an die Freiheit erinnern

Ein Süchtiger steht zwischen der drängenden Sucht auf der einen und seiner Freiheit auf der anderen. Manfred Lütz weiß: „An die Chancen der Freiheit zu erinnern, ist Aufgabe jeder guten Therapie. Dabei mag niemand von außen entscheiden, wie viel Sucht und wie viel Freiheit im Einzelnen vorliegt.“ Und vor allem: Kein Mensch kann sicher sein, ob er selbst bei vergleichbarem Suchtdruck nicht auch gegen seinen Willen getrunken hätte. Das macht Therapeuten bescheiden. So kommt die Freiheit vor allem bei der Therapie mit ins Spiel. Unter dem Aspekt der Freiheit kann…

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Menschen können ihr Verhalten ändern

Alle diese Perspektiven, die biologische, die lebensgeschichtliche, die psychoanalytische, die soziologische und manche andere, versuchen, psychische Phänomene so zu deuten, als gäbe es die Freiheit des Menschen nicht. Manfred Lütz erklärt: „Nicht der freie Mensch, sondern die Moleküle, das Lebensschicksal, die frühe Kindheit, die Gesellschaft sind „schuld“. Solche Sichtweisen sind auch ganz in Ordnung, denn genau das erwartet man zu Recht von wissenschaftlichen Einsichten: dass sie Ursachen ermitteln, die das menschliche Verhalten bestimmen und voraussagbar machen.“ Wenn sie jedoch behaupten würden, damit alles über den Menschen zu sagen, wären sie…

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Viele Menschen flüchten vor der Freiheit

Erich Fromm bezieht sich in seinem 1942 erschienenen Werk „Die Furcht vor der Freiheit“ zwar explizit auf totalitäre Gesellschaften und auf die Art und Weise, wie diese sich einer tief verwurzelten menschlichen Sehnsucht danach bedienen, der Freiheit der modernen Welt zu entfliehen und in den Mutterschoß zurückzukehren. Doch Erich Fromm erkennt durchaus an, dass kapitalistische Demokratien ebenfalls eine, wenn auch andere Form der Flucht vor der Freiheit bieten. Stuart Jeffries fügt hinzu: „In seinem 1955 veröffentlichten Buch „Wege aus einer kranken Gesellschaft“ führt er aus, dass der Frühkapitalismus eine hortende…

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Der Mensch kann denken und handeln

Empirische Messungen belegen, dass jeder bewussten Handlung eines Menschen Hirnaktivitäten vorausgehen, in denen die Handlung bereits festgelegt ist. Paul Kirchhof erläutert: „Das Gehirn leite die Willenshandlungen ein, bevor dem Menschen die Handlungsabsicht bewusst werde. Der Mensch steuere seine Handlungen nicht bewusst, ihm würde nur eine unbewusst eingeleitete Entscheidung bewusst werden.“ Er handle ähnlich wie bei einem „epileptischen Anfall“, der nicht als Handlung aus freiem Willen gelte. Der Mensch habe allenfalls die Möglichkeit, seine Vorherbestimmtheit im Nachhinein ähnlich einem Veto-Recht zu kontrollieren. Diese Experimente veranlassen die Frage, ob die Handlungen des…

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